Manchmal beginnt alles nicht mit einer Idee, sondern mit einem Material.
Mit einer Faser, die schon ein Leben hinter sich hat - getragen, bewegt, vielleicht geliebt. Unsere Arbeit beginnt oft genau dort: im Zuhören. Was erzählt uns ein Stoff, der schon existiert? Was trägt er mit sich, ohne dass wir es geplant hätten?


Bei "Falling Rivers" arbeiten wir mit recycelter Sari-Seide. Textilien, die bereits Teil anderer Geschichten waren, bevor sie zu uns fanden. Jedes Stück bringt Farbnuancen mit, die sich nicht wiederholen lassen, feine Unregelmäßigkeiten, die kein Konzept vorschreiben kann. Das zwingt uns, Kontrolle abzugeben. Und ehrlich gesagt: Das ist oft der interessanteste Moment im ganzen Prozess. Wenn nicht mehr nur wir entscheiden, sondern das Material mitspricht.


"Mjuk" ist anders entstanden. Hier war nicht das gefundene Material der Ausgangspunkt, sondern eine Frage, die uns schon länger beschäftigt hatte: Was passiert, wenn wir unsere eigene Herstellungsweise von Grund auf neu denken? Die Antwort kam durch Ausprobieren, und plötzlich eröffnen sich Formen, die vorher einfach nicht möglich waren. Weicher, fließender, freier.


Beide Kollektionen klingen vielleicht gegensätzlich. Sind sie aber nicht. Sie stehen für zwei Bewegungen, die wir immer wieder machen: mit dem Arbeiten, was schon da ist, und gleichzeitig erfinden, was noch nicht existiert. "Form Follows Fiber" ist für uns keine Designregel. Es ist eher eine Haltung. Die Frage, die dabei bleibt: Wie gestalten wir, ohne dem Material seine Stimme zu nehmen?























